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Pflanzenschutzwarndienst

Aktuelle Meldungen


Hier finden Sie unsere aktuellen Pflanzenschutz-Mitteilungen im Obstbau (Kernobst/Steinobst).
Dieser Warndienst richtet sich vorrangig an den Erwerbsobstbau im Rheintal. Der Inhalt wird mit Sorgfalt zusammengestellt.
Eine Gewähr für allfällige Fehler kann aber keine übernommen werden.
Obstbau-Pflanzenschutzwarndienst vom 12. März 2026
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Wetter
Ab Samstagvormittag bis in die Nacht hinein regnerisch mit möglicherweise längeren Blattnässezeiten. Am Freitag sehr mild. Ab Samstag etwas kühler, frostfrei.

Kernobst
In Anlagen mit nennenswert Grün, vor allem bei Vorjahrsproblemen mit Schorf, vor dem Regen eine Behandlung gg. Schorf durchführen, zB mit einem Kupfermittel wie Flowbrix, Funguran oder Cuprozin, (auch Bio, Nebenwirkung auch gg. Obstbaumkrebs, Kragenfäule, äußerliche Feuerbrandbakterien). Die teils neuen Auflagen bei Kupfer beachten (Abstandsauflagen, Wiederbetretungsfristen…)
In Anlagen mit Blattlaus- und/oder Spinnmilbenproblemen ein Ölprodukt gg. die Eier oder Jungstadien beimischen, Promanal, Para Sommer o.ä. (auch Bio)

Allgemein
Nicht vergessen: Für Anwender mit Pflanzenschutzmittelausweis gilt bereits die etwas erweiterte Aufzeichnungspflicht, allerdings noch händisch (innerhalb 3 Tagen aufzeichnen!). Eine Aufzeichnungsvorlage kann beim Land Vorarlberg herunter geladen werden. Hier der Link: https://vorarlberg.at/-/pflanzenschutzmittelausweis (unten auf der Seite, im Downloadbereich).
Hinweis: Falls Sie überlegen, für die Pflanzenschutzmittelaufzeichnungen das kostenlose Tool der LK zu verwenden (Siehe: https://ooe.lko.at/lk-pflanzenschutz-tool-ein-kostenloses-edv-programm-zur-pflanzenschutz-aufzeichnung+2400+4366156), empfehlen wir die Online-Einschulungen. Für Obst und Wein gibt es vorerst diese beiden Termine zur Auswahl:
17. März, 19-20 Uhr bzw. 24. März, 19-20 Uhr
Es ist keine Anmeldung erforderlich. Einfach zur angegebenen Zeit mit folgendem Link in Zoom einsteigen: https://eu01web.zoom.us/j/64151655559 (für beide Termine gleich).
Obstbau-Pflanzenschutzwarndienst vom 10. März 2026
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Wetter
Bis Samstag sind noch recht milde Temperaturen vorhergesagt. Danach wird es ein paar Grad kühler. Heute und morgen Nacht sind einzelne Regenschauer möglich.

Kernobst
In frühen Lagen und an früh austreibenden Sorten ist bereits mehr oder weniger Grün zu sehen.
Mit Schorfinfektionen ist derzeit aber noch nicht zu rechnen, da die Blattnässezeiten voraussichtlich nicht ausreichen.
Die Tage noch für Kontrolle (Läuse, Spinnmilben, Blütenstecher…) und Sanierung (Obstbaumkrebs, Feuerbrand, Apfeltriebsucht…) der Anlagen nutzen. Es lohnt sich, auch die Blühstärke abzuschätzen.

Steinobst
Auch bei Steinobst noch ausstehende Kontrollen durchführen. Bei Kirschen sind wohl schon erste Stammmütter der Schwarzen Kirschenlaus gefunden werden.

Allgemein 
Die Pflanzenschutztechnik auswintern und kontrollieren!
Hinweis: Falls Sie überlegen, für die Pflanzenschutzmittelaufzeichnungen das kostenlose Tool der LK zu verwenden (Siehe: https://ooe.lko.at/lk-pflanzenschutz-tool-ein-kostenloses-edv-programm-zur-pflanzenschutz-aufzeichnung+2400+4366156), empfehlen wir die Online-Einschulungen. Für Obst und Wein gibt es vorerst diese beiden Termine zur Auswahl:
17. März, 19-20 Uhr und 24. März, 19-20 Uhr
Es ist keine Anmeldung erforderlich. Einfach zur angegebenen Zeit mit folgendem Link in Zoom einsteigen: https://eu01web.zoom.us/j/64151655559 (für alle Termine gleich).
 
Obstbau-Pflanzenschutzwarndienst vom 13. Oktober 2025
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Allgemein
Wühlmäuse: Vor dem Winter in allen Anlagen hohen Bewuchs entfernen, der sonst den Wühlmäusen Deckung vor ihren Feinden gibt. Fahrgassen mulchen, vorher Falllaub in die Fahrgasse kehren und mit zerkleinern (Vorbeugung gg. Schorf). Auch Fallobst als Wühlmausfutter entfernt bzw. stark zerkleinern. Im Baumstreifen kann mechanisch oder chemisch vorgegangen werden. Die Unkrautentfernung beugt auch der Kragenfäule vor. Ergänzend Greifvogel-Sitzstangen aufstellen.
Blattdüngungen: Nach der Ernte kann, besonders bei Sorten mit starkem Behang, eine Harnstoffgabe über das Blatt die Blütenknospenqualität für das Folgejahr verbessern. Bei Kernobst zB 1-2x mit 15-20 kg Harnstoff + 2 kg Zinksulfat + 2 kg Mangansulfat pro Hektar, bei Steinobst zB. 1-2x mit 10-15 kg Harnstoff + je 1 kg Zinksulfat, Solubor und Mangansulfat. Auch die Stickstoffeinlagerung ins Holz und der Laub-abbau werden durch die Harnstoffgabe unterstützt.
Schnittmaßnahmen zum Pflanzenschutz nutzen: Generell sollten beim Winterschnitt auch befallenes Holz oder befallene Früchte entfernt werden. Dies ist eine wichtige Vorbeugemaßnahme.

Kernobst
Obstbaumkrebs: Der Pilzerreger dringt über Wunden in den Baum ein. Kupferbehandlungen nach der Ernte können die Ansteckung über Frucht- und Blattnarben verringern, vermindern aber den Abbau des Falllaubes. In Befallsanlagen bietet sich die Zeit nach dem Laubfall zur Sanierung an. Krebsstellen sind dann gut sichtbar. Einzelne Befallsstellen ausschneiden und mit Wundbalsam behandeln. Bäume mit starkem Befall, besonders Jungbäume, roden. Krebs-befallenes Holz aus der Anlage entfernen. Winterschnitt nur bei trockenem Wetter durchführen. Auch Kelchfäulen und Lagerfäulen können durch den Krebserreger Neonectria verursacht werden. Krebsbekämpfung ist somit auch Kelchfäule- und Lagerfäulevorbeugung.

Steinobst
Die Bakterienkrankheit Pseudomonas befällt Steinobst und kann dort Schäden vom Aststerben bis hin zum Baumausfall verursachen. Der Erreger ist überall vorhanden, braucht aber Wunden, um in die Bäume einzudringen.
Hier kann die Vorbeugung ansetzen:

  • Bei nasser Witterung: Während und zum Ende des Blattfalls Kupferbehandlungen durchführen.
  • Bei Steinobst möglichst alle Schnittmaßnahmen in der Vegetationszeit durchführen. Notwendiger Winterschnitt unbedingt bei Trockenheit und möglichst erst kurz vor dem Austrieb!
  • Weißeln der Stämme vermindert Stammrisse (Spannungsrisse der Rinde bei Sonneneinstrahlung und Frost durch Temperaturunterschiede), zB mit Dispersionsfarbe oder spezielle Stammschutzfarbe. Dies kann mit Pinsel oder Spritze erfolgen.


 

Obstbau-Pflanzenschutzwarndienst vom 22. August 2025
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Wetter
Nun trocken. Ab Mittwoch wieder unbeständig. Höchsttemperaturen 20-25 °C.

Kernobst
Die aktuell feuchte Witterung begünstigt nicht nur (Frucht-) Schorfinfektionen, sondern ist insgesamt günstig für Pilzerkrankungen wie Marssonina, Regenflecken oder Fruchtfäulen. Der starke Regen heute Nacht (ca. 40-80 l/m²) hat Beläge abgewaschen. Daher die Pilzbekämpfung je nach Erntetermin weiterführen. Dabei die Wartezeiten beachten!
Für Lageräpfel entsprechend die Lagerbehandlungen durchführen (idR zunächst Captan/WZ 21 T, dann Flint/WZ14 T, in Bio Kupfer/WZ 14 T)
Apfelwicklerbekämpfung fortsetzen (Granulosevirus), Calciumblattdüngungen gg. Stippe durchführen.
Auf Spinnmilben und Rostmilben kontrollieren. Bei starkem Befall entsprechend behandeln, zB mit Kanemite (WZ 14 T), in Bio Netzschwefel (WZ 7 T).
Feuerbrand: Vielerorts zeigen alte Birnenhochstämme heuer starke Symptome – und auch andere Bäume in deren Umgebung. Da es während der Birnenblüte kalt war und auch nicht blühende Bäume betroffen sind, dürfte es sich um latent befallene Birnbäume („Altbefall“) handeln, die die Symptome nur alle paar Jahre stärker zeigen. Oft sind es Zitronenbirnen. Es herrscht weiterhin eine Meldepflicht bei der jeweiligen Ortsgemeinde. Für stark befallene Birnbäume gilt nach wie vor die Rodung als Mittel der Wahl. Machen Sie die Gemeinde auf solche Bäume vor allem in der Umgebung Ihrer Obstanlage aufmerksam. Sie sind Infektionsherde für die Umgebung und sollten vor der nächsten Blütezeit entfernt sein. Es gibt für die Rodungskosten öffentliche Zuschüsse und eine vergünstigte Nachpflanzaktion mit feuerbrandrobusten Sorten.

Zwetschken
Auf Fruchtfäulen achten. In empfindlichen Sorten evtl. kranke Früchte auspflücken.
Strategie: Ab dem Umfärben der jeweiligen Sorte vor Niederschlägen ca. alle 10 Tage eine Behandlung durchführen, zB mit Score (Wartezeit 14 T.), Switch (WZ 14 T), Signum (WZ 7 T) oder Teldor (WZ 3 T), v.a. in Bio: vorbeugend: Kumar (WZ 1 T) oder abstoppend aufs nasse Laub: Curatio (WZ 21 T, bienengefährlich!) bzw. Vitisan + Netzschwefel + Netzmittel.
Pflaumenwickler: Strategie: Sortenweise je nach Erntezeitpunkt 5-6 Wochen vor der Ernte:
  • Behandlung mit Coragen, Shenzi oder Voliam (WZ 14 T, bienengefährlich!), oder
  • bis zu zwei Behandlungen mit Affirm Opti (WZ 7 Tage, bienengefährlich!),
in Bio: Lepinox Plus (max. 3x, keine Wartezeit).

Alle Wartezeiten reichlich einhalten!
 
Japankäfer
Wie aus den Medien bekannt, wurden – ebenso wie auf der bayrischen Seite - auch auf Vorarlberger Seite der Leiblach einige der invasiven und gefährlichen Japankäfer gefunden – bisher alle in der Nähe der Autobahnraststätte Hörbranz. Bitte weiterhin aufmerksam sein und verdächtige Käfer einfangen und melden! (https://tforms.ages.at/japankaefer-meldungen/meldung-japankaefer oder per Mail: landwirtschaft@vorarlberg.at). Die Flugzeit endet im Laufe des Septembers. Danach sind die Tiere als Engerlinge im Boden.
Näheres zum Japankäfer unter diesem Link: https://www.pflanzenschutzdienst.at/geregelte-schaedlinge/prioritaere-uqs/popillia-japonica

Erwachsener Japankäfer ©EPPO


Erwachsene Japankäfer mit den typischen weißen Haarbüscheln seitlich und hinten, die man auch von oben sieht. Fotos: Europäische Pflanzenschutzorganisation (EPPO)

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