Login: -1; -1
lk warndienst
Sie befinden sich hier:

Scharka  (Pockenkrankkeit)

Bei Scharka  handelt es sich um eine Viruserkrankung, die besonders bei Zwetschken und Marillen von großer Bedeutung ist. Bei den anderen Steinobstarten sind Befallssymptome nur selten zu beobachten. Bei der Anfälligkeit bestehen auch große Sortenunterschiede.
Viele Regionen sind mittlerweile von Scharka durchseucht.

Sharka-Zw_blattFR.JPG
© LK Steiermark
Befall der Blätter
ScharkZWP1030911FR.JPG
© LK Steiermark
Symptome auf den Früchten

Schadbild

An den Blättern bilden sich typische ringförmige Aufhellungen (Abb.). An den noch grünen Früchten werden zunächst ebenfalls Aufhellungen sichtbar aus denen sich mit zunehmendem Fruchtwachstum Einsenkungen bilden. Darunter ist das Fruchtfleisch bis zum Kern, an dem ebenfalls diese ringförmigen Aufhellungen auftreten können, verbräunt. Bei empfindlichen Sorten werden die Früchte verkrüppelt (Abb.), platzten gelegentlich auf und fallen bereits vor der Ernte ab.

Erreger/Lebensweise

Von den Viruserkrankungen, die bei Zwetschken auftreten können, ist Scharka zweifellos die gefährlichste. Die Viren können über Unterlagen oder infizierte Edelreiser bereits in die Baumschule eingeschleppt werden. Eine Übertragbarkeit über Samen wird nach derzeitigem Kenntnisstand eher ausgeschlossen. Häufig passieren Ansteckungen jedoch über sog. Vektoren (Blattläuse. Blattsauger,..), die zuvor an infizierten Bäumen gesaugt haben.

Gerade viele ältere und wohlschmeckende Sorten (Hauszwetschke, Fellenberg, Ersinger, C. Fruchtbare..) reagieren bei Befall mit starken Blatt- und Fruchtsymptomen. Aus diesem Grund werden im Anbau derzeit Scharka-tolerante Sorten (Cacacks Schöne, Hanita, Toptaste, Tophit,..) bevorzugt. Diese können zwar von diesem Virus befallen sein, zeigen jedoch nur selten Fruchtsymptome. Die Virusfreiheit ist jedoch auch bei diesen Sorten von großer Bedeutung, da ein Befall die Leistungsfähigkeit (Fruchtgröße, Ertrag,..) deutlich vermindert und diese Bäume zu gefährlichen Infektionsquellen macht. Mittlerweile gibt es auch bereits mit Jojo eine Scharka-resistente Sorte. Diese eigent sich auch gut als Zwischenveredelung zur Erzeugung Virusfreien Pflanzmaterials, da eine infizierte Sorte auf Jojo nicht wachsen kann.