Zunehmend sommerlich und trocken mit bis über 25 °C am Samstag und Sonntag. Ab Montag Abkühlung, ab Dienstag regnerisch.
In der Nacht auf morgen kann es frostig werden. Bitte beachten und Frostschutzmaßnahmen vorbereiten.
Kernobst
Feuerbrand: Im Bereich unserer Wetterstationen Höchst und Lustenau liegt die Wärmesumme seit Montag dauernd über dem Grenzwert. Gestern lagen auch Tagesdurchschnitt und Feuchtigkeit über der Grenze, so dass bei blühenden Birnen, Äpfeln und Quitten mit Blüteninfektionen gerechnet werden muss. Die Situation entspannt sich erst ab Anfang nächster Woche langsam.
Im Bereich unserer Wetterstationen Hard und Schlins liegt die Wärmesumme seit Montag stets knapp unter oder knapp über dem Grenzwert, steigt aber jetzt weiter an. Allerdings lag der Tagesdurchschnitt stets deutlich unter dem Grenzwert. Dies ändert sich aber am Samstag.
Im Bereich unserer Wetterstationen Hörbranz und Schwarzach Linzenberg erreicht die Wärmesumme erst morgen oder übermorgen den Grenzwert und steigt dann an. Auch hier lag der Tagesdurchschnitt bis jetzt deutlich unter dem Grenzwert. Dies ändert sich aber am Samstag.
Schorf: Derzeit mindert das trockene Wetter die Schorfgefahr. Ab Dienstag wird Regen vorhergesagt, so dass man am Montag eine Schorfbehandlung einplanen sollte.
Sägewespen: Die Weißfallen auszählen. Bei Überschreiten der Schadschwelle (10-40 Wespen pro Weißfalle, je nach Blütenansatz) nach Blühende der Sorte, zB mit der nächsten Schorfspritzung eine Bekämpfung einplanen, zB mit Mospilan oder Sivanto Prime (in Mischung mit manchen Fungiziden bienengefährlich!), in Bio mit Quassol (bienengefährlich!)
Steinobst
Blattkrankheiten: Vor den nächsten Niederschlägen sollte eine Fungizidbehandlung durchgeführt werden, zB mit Switch, Signum, Revyona o.ä., in Bio Kumar+Netzschwefel oder mit einem Kupfermittel.
Aktuell noch mild mit ca. 20 °. Am Freitag kühler und evtl. Regen. Am Samstag wärmer. Ab Sonntag Abkühlung und regnerisch.
Kernobst
Schorf: Vor den nächsten Niederschlägen einen neuen Belag aufbringen, zB mit Delan, in Bio vorbeugend Kupfer oder abstoppend Curatio (bienengefährlich!).
Mehltau: Bei empfindlichen Apfelsorten (zB Santana, Pinova, Topaz) der Schorfspritzung ein Mehltaumittel zugeben, zB Schwefel (auch Bio).
Schalenwickler: Derzeit Aufwanderung der Jungräupchen der 1. Generation. In Problemanlagen eine Bekämpfung durchführen, zB mit Mimic, in Bio Lepinox Plus
Falls noch nicht geschehen: Sägewespenfallen aufhängen. Bei Überschreiten der Schadschwelle (30-40 Wespen pro Weißfalle) unmittelbar nach Blühende eine Bekämpfung einplanen, zB mit Mospilan oder Sivanto Prime (in Mischung mit manchen Fungiziden bienengefährlich!), in Bio mit Quassol (bienengefährlich!), falls die Zulassung noch kommt.
Feuerbrand: Die Birnenblüte hat begonnen. Die moderaten Temperaturen werden aber keine besondere Infektionsgefahr bringen. Näheres laufend unter: https://obstwarndienst.lko.at/1970/Feuerbrand?m=0
Steinobst
Monilia, Blattkrankheiten: Ab dem Ballonstadium vor den nächsten Niederschlägen einen Schutz aufbringen, zB mit Switch, Signum, Revyona o.ä., in Bio Kumar+Netzschwefel oder mit einem Kupfermittel.
Pflaumenwickler: Flugbeginn der 1. Generation. Bei Problemanlagen zur Bestimmung der Flugstärke Pheromonfallen aufhängen. In normalen Anlagen wird erst die 2. Generation beachtet.
Pflaumensägewespe: Weißfallen sollten hängen. Zum Blühende auszählen. Schadschwelle 80-100 Wespen pro Tafel. Bei Überschreiten unmittelbar nach Blühende eine Bekämpfung einplanen, zB Mospilan, in Bio mit Quassol (bienengefährlich!), falls die Zulassung noch kommt.
Blattdüngung
Spritzungen möglichst eine Blattdüngung zugeben, zB Harnstoff 4-5 kg/ha + 1 kg/ha Solubor + evtl. 0,3 l/ha Lebosol Zink
Wetter
Die Nacht von Freitag auf Samstag bringt Bodenfrost. Die Wetterberichte gehen von Temperaturen von ca. -5 °C aus. Die Tage danach wird es nahezu frostfrei bleiben.
Frostgefahr
Die Frostempfindlichkeit von Obstblüten ist stark vom Wuchsstadium abhängig.
Bei Kernobst und Zwetschken beginnt um den Knospenaufbruch herum die kritische Temperatur an den Blütenknospen bei etwa -5 °C, bei Kirschen bei etwa -3 °C. Ob und wie stark Frostschäden eintreten, hängt davon ab, wie weit die Temperaturen unter diese Grenze absinken und wie lange sie andauern. Bei Erdbeeren hält die geschlossene Knospe ca. -5 °C aus.
In den meisten Fällen dürften wohl keine gröberen Schäden eintreten, da die Blütenknospen noch recht geschlossen sind und ausreichend „Frostschutz“ besitzen. Aber das kann an sehr frühen Standorten anders sein.
Maßnahmen in gefährdeten Beständen:
- Fahrgasse kurz mähen à der relativ warme Boden kann dann besser Wärme abstrahlen
- Flache Kulturen (Erdbeeren, Brombeeren…) mit Vlies abdecken
- Kernobst: Frostberegnung
- Steinobst: Frostberegnung, ggf. Überdachung schließen (Vorsicht falls Schnee kommt!).
Feuchttemperatur für Frostberegnung
Auf unserer Warndienstseite ist die Grafik für die Feuchttemperaturen wieder online. Falls eine Frostberegnung notwendig ist, die Temperaturen also unter die kritische Grenze sinken werden, sollte sie ab +2°C eingeschaltet werden. Ausschalten erst, wenn die Temperaturen wieder deutlich im Plus liegen!
Hier der Link: https://obstwarndienst.lko.at/2590/Wettermesswerte
Ab morgen Mittag Niederschläge und beginnende Abkühlung. Donnerstag und Freitag max. 5°. Ab Freitagmittag wieder trocken. Die Nacht auf Samstag wird frostig.
Kernobst
Schorf: Die nächsten Niederschläge dürften zu einem starken Ausstoß von Schorfsporen führen. Die für Infektionen notwendige Blattnässedauer beträgt bei +5°C allerdings über 2 Tage. Somit nur in Anlagen mit Schorfproblemen: Vor dem Regen eine Kupfer-Behandlung durchführen (auch Bio). Nebenwirkung auch gg. Obstbaumkrebs und Kragenfäule.
Apfelblütenstecher: Solange es noch über 10 °C warm ist, in Problemanlagen die Bäume auf Befall kontrollieren. Sollten an mehr als 15 von 100 kontrollierten Knospen Fraßschäden sichtbar sein, kann eine Bekämpfung bei warmem Wetter sinnvoll sein, zB mit Spruzit (auch Bio).
Steinobst
In Anlagen mit Schrotschuss-Problemen vor dem Regen eine Kupferbehandlung durchführen (auch Bio).
Monilia: Ein Blütenbefall kann erst ab dem Ballonstadium erfolgen. Daher ist normalerweise noch keine Behandlung nötig. Vorbeugend aber Fruchtmumien entfernen.
Zwetschken auf Befall mit der Kleinen Pflaumenlaus kontrollieren. Ab einer Schadschwelle von 2 befallene Knospen pro 100 kontrollierten, sollte vor oder zum Blühbeginn eine Bekämpfung stattfinden, sobald es wieder wärmer ist.
Verschärfte Auflagen bei vielen Kupfermitteln
Bei Kupferbehandlungen die neuen verschärften Auflagen einiger Mittel beachten (Gewässerabstände, Abstände zu Nichtkulturland, abtriftmindernde Spritztechnik, Bienengefährlichkeit, Wiederbetretungsauflagen, max. 4 kg Reinkupfer pro Jahr…).
à
Die aktuellen Auflagen stehen im Pflanzenschutzmittelregister (https://psmregister-neu.baes.gv.at). Als Wirkstoff Kupfer eingeben.